Am 10. Oktober wurde die Saison 2008 / 2009 mit einem musikalischen Gastspiel auf ungewöhnliche Weise eröffnet: Unter dem Programmtitel «Marco muss raus – eine musikalische Kellerbesetzung» gastierte Marco Todisco mit seinen instrumentalen und vokalen Mitstreitern am 10. Oktober in der "Baseldytsche Bihni".
Und Marco kam raus – vor praktisch vollbesetztem Theater, das sich sowohl stimmungsmässig als auch akustisch für diese musikalischen Leckerbissen bestens bewährte.
Marco Todisco (ein Italiener, der im Kanton Graubünden aufgewachsen ist) führte das begeisterte Publikum souverän durchs Programm. Er selbst definiert sich als Liedermacher, und diese Kunst zelebriert er mit grossem Erfolg. Marco zieht alle Register – und er vefügt über eine ganze Reihe davon. Er singt und spricht in fünf Sprachen (da sind der Bündnerdialekt und eine gelungene, kleine Homage ans Baseldytsch nicht mitgezählt, dafür u.a. Kroatisch). Das Herz der Gäste (besonders derjenigen femininen Geschlechts) gewinnt er im Handumdrehen mit seinen in italienisch gesungenen Liedern. Da kommt seine warme, kräftige Stimme und kommen allgemein seine emotionalen Seiten am eindrücklichsten zur Geltung.
Die Persönlichkeit, die im Künstler Marco Todisco steckt, zeigt sich u.a. darin, dass er sich nicht in den Vordergrund
stellt - und dies mit gutem Grund: Marco umgibt sich mit Musikern, die sich künstlerisch an ihm messen können. Er begleitet sie zuweilen diskret, aber stimmig, mit dem Klavier. Die Interpreten, die auf unserer Bühne auftraten: Caroline Fritschi (Geige), Fiona Daniel (Stimme), Tobias Meier (Saxophon), Gianpaolo Radicati (Gitarre), Maurizius Staerkle (Tontechnik, Hang), sowie Samuel Messerli , der das Ensemble nicht nur als Schlagzeuger vielseitig unterstützt, sondern auch mit pfiffigen Einfällen aufwartet. So gelingt es ihm u.a., die aufgepusteten Wangen mit den Händen so zu schlagen, dass auch exotische Geräusche den Rhytmus vorgeben. Überhaupt zeichnet musikalische Phantasie und Experimentierfreudigkeit das ganze Ensemble aus, ohne dabei Effekthascherei zu betreiben. In diesem Zusammenhang ist besonders das «Hang» zu erwähnen, ein von Maurizius Staerkle gespieltes, 'exotisches' Instrument aus Bern.
Und immer wieder verbindet Marco Todisco die einzelnen Darbietungen mit kurzen, feinfühligen, zuweilen philosophischen Liedern («Fundbüro»), Anekdoten (die Erinerung an seine Zeit als Erstklässler) und Geschichten. Das Programm gipfelte in einer instrumental-vokalistischen Glanzleistung des Ensembles, nämlich in Form einer Persiflage auf die Einbürgerung eines sprachlich verzweifelten Gesuchstellers in Appenzell-Innerrhoden. Zur letzten Zugabe holte bat Marco Todisco seinen Freund und Musikerkollegen Pippo Pollina auf die Bühne und setzte mit dem stimmungsvollen Lied «Caminando» ein Ausrufezeichen hinter dieses wunderbare Konzert.
Das Publikum applaudierte lange, es regnete sogar Blumen vom Balkon, und dank einer kabarettreifen Beschreibung Marco's über den Sinn und Zweck der «Drimmeli» am Ausgang, wurden auch diese grosszügig bedient!